Geraffel Ein aktuelles Sammelsurium tagtäglichen Geraffels

18Okt/110

Ohne Rauch kein Genuss…

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Seit zwei Jahren haben wir dem Rauchen den Kampf angesagt und sind jetzt ein knappes Jahr suchtfrei. Der schlimme Drang nach den Suchtstengeln ist weg, nach langen Leiden aber wohlgemerkt. Es halfen anfangs nur starke Nikotinpflaster und Pfefferminzzigaretten, um die launischen und Aggressiven Stimmungen halbwegs in den Griff zu bekommen. Pfefferminztee und Damiana in Papers mit Filter eingewickelt haben ihren guten Dienst geleistet, das Ritual wenigstens aufrecht zu erhalten. Das Verlangen nach Nikotin erledigten dann die Pflaster. Der erste Schritt war getan und dennoch mussten wir den gesamten Tagesablauf umstellen. Selbstgedrehte Pfefferminzzigaretten rauchen sich eben doch nicht so schön genußvoll, wie richtige Ziggis. Nicht mal eben sagen, komm wir gehen noch eine rauchen oder Raucherpäuschen mit Plausch, war hart. Es gibt doch wahrhaft nichts geselligeres als das Rauchen.

Da man mit den Nikotinpflastern leider auch kein Schnäppchen kauft, mussten wir zusehen, schnell davon wegzukommen. Eine Ration für 1 Woche kosten zwischen 30,00 € und 60,00 €. Ein teurer Preis, die lästigen Aggressionen zu bewältigen und sein Verhalten umzustrukturieren. Mit Teepausen, allgemein besserem Wohlbefinden, schönere Haut und Suchtfreiheit, sahen wir uns nun einem neuen Problem gegenüber. Wir hatten beide 20 Kilo zugenommen und das Anwursten früh in Klamotten, die zu Raucherzeiten noch passten, sorgte dann doch wieder für Aggressionen. Das wir nun fantastisch Luft bekamen und der Raucherhusten sich langsam verflüchtigte, konnte aber nicht über die angefressene Wampe hinwegtrösten. Es hieß nun wieder Arschbacken zusammenkneifen und sich zu disziplinieren.

Friss die Hälfte, weniger Fett, kein Süßes und auch keine ersetzenden Süßungsmittel. Viel Obst und Gemüse und frei nach dem einfachen Konzept, mehr Kalorien zu verbrauchen, als wir den ganzen Tag über zu uns nahmen. Dazu gehörte leidlicher Weise auch Sport. Eine Mammutaufgabe, wo doch vorher die Devise galt, wir hassen frische Luft, Obst und Gemüse und Rauchen fetzt. Nichtsdestotrotz wollen wir auch mit 80 Jahren noch schlank und schön sein. Ein Springseil, musste her, Bauch Beine Po Training und tägliches straffes Laufen von mindestens 45 Minuten im Wald war ein tägliches Muss. Wobei mit straff Laufen zügiges Gehen und nicht besoffenes Wanken gemeint ist. Letzteres wär uns wesentlich lieber gewesen.

Unter Qualen haben wir es geschafft die meisten Kilos wieder loszuwerden. Letzten Endes sind wir jetzt schlank und gesund, aber nicht besonders glücklich. Wo bleibt denn da eigentlich der Genuss? Morgens motiviert nichts wirklich zu arbeiten, ohne Kaffee und Zigaretten und abends hungrig ins Bett, ist auch kein Lebensstil der glücklich macht. Was nützt es da 120 Jahre faltenfrei zu sein? Es galt also einen Kompromis zu finden, nicht süchtig zu werden, aber trotzdem dem Genuß zu fröhnen. Es braucht kleine Oasen des Glücks, wo sich die Tischbeine spreitzen unter der Last von gutem Essen und ab und zu sollte der Duft von Pfeifentabak durch das Haus ziehen.

Kennst du den Unterschied? Zigarettequalm nein danke, aber Pfeifentabakrauch hat doch was ganz eigenes und leckeres. Die Devise heißt nun unter der Woche gesund selber kochen, viel frisches Gemüse, wenig Fett und wenn überhaupt Fleisch, dann nur als Beilage. Da wir das Räuchern vermissen und glauben, dass wir nun den Unterschied beim Rauchen zwischen Sucht und Genuss zu kennen, haben wir Pfeifensets im Internet bestellt. Es ist nun ein anderer Drang. Abends mal gemütlich dem Ritual des Pfeife rauchens zu widmen und dazu ein Buch lesen, am Schachtisch sitzen oder einfach nur vor sich hinzugucken und müßig zu sein, ist der nächste angestrebte Genuss. Wir sind nämlich ziemlich überzeugt davon, dass die gering belasteten Lungen durch gelegentliches Pfeife rauchen, durch eintretendes Glück des Genusses wieder vollständig regeniert werden.

Sollte man dem Genuss nicht fröhnen, könnte diese wohl eher krank machen, als gelegentlich von hochqualitativen biologisch angebautem Pfeifentabak zu paffen. Herrlich, wir freuen uns darauf und können so viel besser den abendlichen Hunger ertragen. Schön, schlank und trotzdem ein genußvoller Lebensstil. Möglich wird das indem man für sich selbst und seine Familie Verantwortung übernimmt, Konsequenzen trägt und ab und zu Dinge hinterfragt. Vergiss Sonnenstudios und Lightprodukte und mach es deinem Geist schön in deinem Körper, dass die Seele Lust hat, darin zu weilen. Auch ein bischen Disziplin ist nötig, aber bloß keine Extreme. Verzicht macht frei und Genuß macht glücklich, was will man mehr.

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